Diese Einleitung gibt einen Überblick über die grundlegenden Begriffe, Prinzipien und Methoden, die für ein allgemeines Verständnis von Projektmanagement und das Arbeiten mit Top-Logic Project unabdingbar sind. Die in Top-Logic Project umgesetzte Projektmanagement-Philosophie und die verwendete Sprache orientieren sich primär an dem weit verbreiteten und akzeptierten Standard ''A Guide to the Project Management Body of Knowledge (kurz: PMBOK (R) Guide)'' des Project Management Institute (PMI), der 1987 erstmalig veröffentlicht wurde. Definitionen aus dem PMBOK (R) Guide werden entweder in sinnvoller Weise aus dem Amerikanischen übersetzt oder mit Erläuterungen im Original belassen (z.B. bei der Earned-Value-Analyse). Ziel ist es stets, dem Anwender von Top-Logic Project sowohl methodisch als auch systemisch eine Durchgängigkeit zu vermitteln.

Darüber hinaus haben die Mitwirkung von Business Operation Systems in der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V. und die Erfahrungen aus dem Einsatz in Kundenprojekten das Produkt Top-Logic Project geprägt.


=== Projekte ===
Ein '''Projekt''' ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

* Es ist zeitlich begrenzt, d.h. es hat einen definierten Start- und einen definierten Endetermin.
* Es bringt einzigartige Liefergegenstände in Form von Produkten, Dienstleistungen oder Ergebnissen hervor.
* Es entwickelt sich schrittweise und inkrementell.

Projekte und '''Regelbetrieb''' unterscheiden sich in einer Reihe von Eigenschaften:

* Projekte sind zeitlich begrenzt und einzigartig, ein Regelbetrieb ist kontinuierlich und wiederholt ablaufend.
* Der Zweck eines Projekt ist es, sein(e) Ziel(e) zu erreichen und danach abgeschlossen zu werden. Ein Regelbetrieb dient dazu, die Geschäftsaktivitäten am Laufen zu halten.
* Ein Projekt endet, wenn seine spezifischen Ziele erreicht sind. Ein Regelbetrieb übernimmt neue Ziele und setzt damit die Aktivitäten fort. 

Mit Hilfe von Projekten werden Aktivitäten organisiert, die sich nicht im Rahmen des Regelbetriebes durchführen lassen. Häufig setzen sie strategische Vorgaben um, z.B.

* Befriedigung einer Nachfrage des Marktes,
* Erfüllung eines organisatorischen Bedarfs,
* Reaktion auf eine Kundenanforderung,
* Aufgreifen einer technologischen Weiterentwicklung,
* Umsetzung einer gesetzlichen Anforderung.

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=== Projektmanagement ===

Projektmanagement bedeutet die Anwendung von Wissen, Werkzeugen und Techniken, um Anforderungen an das Projekt zu erfüllen und dabei die (oftmals konkurrierenden) Faktoren Umfang, Zeit, Kosten und Qualität auszubalancieren. Die einzelnen Methoden und Prozesse, die dabei zur Anwendung kommen, lassen sich zu folgenden '''Wissensbereichen''' zusammenfassen:

* [[Integrationsmanagement|'''Integrationsmanagement''']] in Projekten (Project Integration Management),
* '''Inhalts- und Umfangsmanagement''' in Projekten (Project Scope Management),
* '''Terminmanagement''' in Projekten (Project Time Management),
* [[Kostenmanagement|'''Kostenmanagement''']] in Projekten (Project Cost Management),
* '''Qualitätsmanagement''' in Projekten (Project Quality Management),
* '''Personalmanagement''' in Projekten (Project Human Resource Management),
* '''Kommunikationsmanagement''' in Projekten (Project Communications Management),
* [[Risikomanagement|'''Risikomanagement''']] in Projekten (Project Risk Management),
* '''Beschaffungsmanagement''' in Projekten (Project Procurement Management).

Zudem können die Methoden und Prozesse folgenden '''Gruppen''' zugeordnet werden, die den Lebenszyklus des Projektmanagements abbilden:

* Initiierung,
* Planung,
* Ausführung,
* Überwachung und Steuerung,
* Abschluss.

Die Reflektion dieser Wissensbereiche, Gruppen, Methoden und Prozesse in Top-Logic Project wird in entsprechenden Abschnitten näher beschrieben. Die konkrete Ausgestaltung im System ist durch eine Vielzahl von Projekten beeinflusst, in denen Top-Logic Project eingesetzt wurde bzw. wird und in denen sich das Produkt industriell bewährt hat. '''Insofern führt Top-Logic Project das Beste aus beiden Welten zusammen:''' Auf der einen Seite die normative Strenge einer weltweit anerkannten Methodik für das Management von Projekten, auf der anderen Seite eine praxisnahe, kundenorientierte Best-Practice-Implementierung der einzelnen Bestandteile dieser Methodik.


=== Zentrale Projektdokumente ===

Für jedes Projekt gibt es drei zentrale Dokumente mit klar abgegrenzten Zielen:

* '''Projektauftrag''' (Project Charter): Der Projektauftrag stellt die formale Autorisierung des Projektes dar.
* '''Projektinhalts- und -umfangsbeschreibung''' (Project Scope Statement): Die Projektinhalts- und -umfangsbeschreibung sagt aus, welche Arbeiten zu verrichten und welche Liefergegenstände hervorgebracht werden müssen.
* '''Projektmanagementplan''' (Project Management Plan): Der Projektmanagementplan gibt Auskunft darüber, wie die Arbeiten durchzuführen sind.

Projektauftrag sowie Projektinhalts- und -umfangsbeschreibung sind unabdingbare Voraussetzungen, die vor Beginn des Projektes geklärt sein müssen. Wegen ihrer grundsätzlichen Bedeutung sind sie Bestandteil des Projekt-Steckbriefs in Top-Logic Project, der auf einen Blick die wesentlichen Fakten zum Projekt zusammenfasst.

Der Projektmanagementplan gliedert sich in eine Reihe von Einzelplänen, die durch die oben genannten Teilprozesse erzeugt und aktualisiert werden. Ein in Top-Logic Project sorgfältig nachgehaltenes Änderungsmanagement führt daher automatisch und ohne weitere Aufwände zur Anpassung dieser Pläne.


=== Programme und Portfolios ===

Ein '''Programm''' ist eine Gruppe von verwandten Projekten, die gemeinsam verwaltet und gesteuert werden. Ziel ist es, Nutzen zu erzielen und Synergien zu heben, die bei einer isolierten Betrachtung der einzelnen Projekte nicht möglich gewesen wären. '''Programmmanagement''' umfasst das zentrale, koordinierte Management einer Gruppe von Projekten, um die strategischen Ziele und den Nutzen des Programms zu erreichen.

Ein '''Portfolio''' ist eine Zusammenstellung von Projekten oder Programmen, um strategische Ziele eines Unternehmens zu erfüllen. Die Bestandteile des Portfolios brauchen nicht voneinander abhängig zu sein. '''Portfoliomanagement''' dient dazu,

* durch sorgfältige Selektion und Deselektion von Projekten und Programmen den Wert des Portfolios zu maximieren, basierend auf den strategischen Zielvorgaben,
* ein ausgewogenes Verhältnis zwischen inkrementellen und radikalen Investments zu finden, um die vorhandenen Ressourcen effizient zu nutzen.

Typischerweise liegt Portfoliomanagement in der Verantwortung des Senior Managements eines Unternehmens.
